Das Tor nach Khitai

Das Tor nach Khitai

"Seit Tausenden von Jahren ist sie unsere Beschützerin, unser Schild, der das Dunkel zurückhält. Wenn die Männer Hyrkaniens mit ihren geschwungenen Klingen und ihren verfluchten Bögen heranstürmen, branden sie gegen sie wie die Flut an die Küste des Meeres. Sie ist unsere Stärke, unsere Beschützerin, unser ganzer Stolz."

Das Tor nach Khitai ist der erste Ort, den die Spieler in der Erweiterung Rise of the Godslayer besuchen. Dieses Gebiet mit Inhalten für die Stufen 20 bis 40 ist außerdem die erste Region, die neu erstellte Khitai-Charaktere aufsuchen, nachdem sie die Insel Tortage hinter sich gelassen haben.

Das Ende einer langen Reise

Wenn Reisende die als "Tor nach Khitai" bekannte Region zum ersten Mal besuchen, erfasst sie zunächst ein Gefühl der Erleichterung, da sie nun fast am Ziel ihrer Reise angekommen sind.

Obwohl sie eigentlich noch immer in Hyrkanien sind - mit seinen weiten, kargen Ebenen und den hageren Reitern, die sie durchstreifen -, ist die Zivilisation nach einer monatelangen beschwerlichen Reise endlich zum Greifen nahe.Oft ist allerdings der letzte Abschnitt einer Reise auch der gefährlichste, und die Straße nach Khitai bildet keine Ausnahme. Hyrkanische Räuber beobachten die Handelswege und überfallen die Seidentransporte nach Westen oder die Karawanen, die voll beladen mit seltenen Waren aus dem Westen kommen, um diese gegen Jade, Seide oder Lotus einzutauschen. Die nach der monatelangen Reise durch feindliches Gebiet erschöpften Wachen der Händler leisten den Hyrkaniern kaum Widerstand, wenn diese sich auf ihre Beute stürzen und mit ihren doppelt geschwungenen Bögen tödliche Pfeile auf sie niederprasseln lassen.

Es ist noch nicht lange her, dass dieser letzte Abschnitt von den kaiserlichen Legionen gesichert wurde, die von der Großen Mauer regelmäßig Patrouillen entsandten. Doch diese Patrouillen gehören der Vergangenheit an und vielleicht ist dies ja das erste Zeichen dafür, dass in dem Land jenseits der Großen Mauer ein Sturm heraufzieht.

Die Hyrkanier sind allerdings nicht die einzige Gefahr in dieser Gegend. Die Tierwelt ist hier ebenso wild wie die Landschaft selbst. Während mächtige Raubkatzen mit Säbelzähnen und fellbewachsene Nashörner ihr Revier aggressiv gegen menschliche Eindringlinge verteidigen, lauern in den alten Ruinen, die das Gesicht des Landes prägen, noch weitaus dunklere Kreaturen ...

Die Hyrkanier

Spieler, die das Tor nach Khitai bereisen, werden schnell erkennen, dass nicht alle Hyrkanier jene blutrünstigen Teufel sind, als die sie in den Ländern des Westens gelten. Immerhin haben die Nomaden am Rande einer der Grabstätten ihrer Ahnen, die sie selbst "Kakaba" oder "Stadt der Hügel" nennen, eine annähernd feste Ansiedlung errichtet.Für die Hyrkanier ist die Kakaba ein heiliger Ort, an dem die Mitglieder eines Clans zur letzten Ruhe gebettet werden. Als Zeichen des Respekts gegenüber der Toten ist es verboten, in der Kakaba zu reiten oder Pfeile zu verschießen. Leider erheben sich neuerdings die Ahnen des hyrkanischen Clans Nacht für Nacht aus ihren Gräbern. Da es dem Clan die Ehre gebietet, Ungemach durch seine eigenen Vorväter abzuwenden, erheben sich diese nun unermüdlich aus ihren Gräbern, nur um von sehr lebendigen Hyrkaniern wieder dorthin zurückgeschickt zu werden.

Dieser düstere Kreislauf hat vor beinahe zwei Jahrzehnten begonnen, und die Hyrkanier sind sich sicher, dass die Bewohner Khitais den Grund dafür kennen. Da die Khitai jedoch zu diesen Anschuldigungen schweigen, fallen die Hyrkanier weiterhin mit unverminderter Wut über die Karawanen auf den Handelswegen her.

Die Ruinen und die Zang Xin

Nördlich und südlich des Tores nach Khitai finden sich die zerfallenen Ruinen einer versunkenen Zivilisation. Niemand erinnert sich mehr, wer einst in diesen Städten lebte, da mit der fremdartigen Zivilisation selbst auch sämtliche Aufzeichnungen über sie verloren gingen.

Die Ruinen selbst sind von einer düsteren Atmosphäre umgeben, die Schatzsucher jedoch nicht davon abhält, dort nach vergessenen Schätzen und Artefakten zu graben. Allerdings sollte sich jeder Schatzsucher vorsehen, ... denn unter dem gefrorenen Boden lauern einige dunkle Geheimnisse ...

In der Nähe dieser Ruinen, am Fuße des Nachtgebirges, leben die Zang Xin. Die halbintelligenten Humanoiden hausen mit ihren Familien in primitiven Bauwerken im Schatten der Großen Mauer. Sie verfügen über ein ausgeprägtes Revierverhalten und verteidigen ihr Gebiet gegen jeden Eindringling mit primitiven Waffen aus Holz oder Stein. Allerdings kursieren Gerüchte über einen deutlich höher entwickelten Stamm der Zang Xin, der sich in den Ländern jenseits der Mauer niedergelassen haben soll.

Die Große Mauer

Die Große Mauer ist mit Soldaten der Letzten Legion und neuerdings auch mit Beschwörern des Scharlachzirkels bemannt. Allerdings hegen beide Gruppierungen eine tiefe Abneigung gegeneinander. Da die Mitglieder des Scharlachzirkels aufgrund ihrer Macht außergewöhnlich arrogant sind, verdächtigt sie die Letzte Legion, mehr an ihren dunklen Experimenten als am Schutz des Reiches interessiert zu sein.

Der Scharlachzirkel wird von einer jungen, ehrgeizigen Beschwörerin namens Wei-li angeführt, die entschlossen die Erforschung einer höheren Form der Nekromantie vorantreibt, bei der mehrere Kreaturen zu einem Wesen verschmelzen, das "Kang Zai" oder "Mauerwächter" genannt wird. Wei-li hält diesen Weg für eine praktikable Möglichkeit, das Reich zu verteidigen, ohne die Kosten für die Ausbildung von Soldaten aufbringen zu müssen. Taichus Ablehnung ihrer Sichtweise ist für sie höchst irritierend.

Als Hauptmann der Mauer ist Taichu für deren Verteidigung und Instandhaltung durch die Letzten Legion verantwortlich. Seine Frustration wird allerdings mit jedem Tag größer, an dem er mit ansehen muss, wie der Scharlachzirkel die Ressourcen verschwendet, die eigentlich für Vorräte und den Sold seiner Männer verwendet werden sollten. So kann er nur machtlos zusehen, wie seine Männer desertieren und in das Herz des Reiches fliehen, um dort nach ihren Frauen und Kindern zu suchen, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen haben.